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Wandern mit Kindern im Nordschwarzwald – Über die Hornisgrinde zum Mummelsee

Tragen oder Laufen? Diese Frage stellt sich vor jeder Wanderung mit kleineren Kindern. In den ersten beiden Lebensjahren ist es ja noch recht problemlos möglich, mit der Wander-Kraxe auch etwas längere Ausflüge zu Fuß zu unternehmen. Dies ändert sich spätestens wenn die magische 20 Kilogramm-Marke in Sichtweite rückt. Leider ist gerade zu dieser Zeit das Laufen längerer Strecken auch noch kein „Selbstläufer“. Auch die abwechselnde Kombination aus Tragen und Laufen ist nicht wirklich zielführend wie wir feststellen mussten. Ist die Wander-Kraxe mit dabei, will meistens auch jemand drin sitzen. Aber auch in dieser Zeit sind gemeinsame und entspannte Familienwanderungen möglich, vorausgesetzt man hat die passende Wanderroute ausgewählt. Loslaufen und mal überraschen lassen wann man wo ankommt, funktioniert definitiv nicht. Zum Glück gibt es aber in jeder Region unzählige Wanderrouten, die für beide – Eltern und Kind – ein schönes Erlebnis und auch eine kleine Herausforderung darstellen.

Eine solche kurze, aber trotzdem interessante Wanderung mit tollen Ausblicken ist die Überquerung der Hornisgrinde – dem mit 1.163 Metern höchsten Berg im Nordschwarzwald. Die Wanderung ist insgesamt recht leicht, so dass sie von Kindern sowohl „Huckepack“ in der Wanderkraxe, als auch ab einem bestimmten Alter zu Fuß bewältigt werden kann. Ziel ist der bekannte Mummelsee an der Schwarzwaldhochstraße, der mit diversen Freizeitmöglichkeiten wie Ruderbootfahren vor allem im Sommer für Kinder ein attraktives Wanderziel darstellt. Schließlich ist das Ziel der Wanderung für die Motivation unterwegs nicht unwichtig.

Los geht es am Parkplatz des kleinen Skilifts Unterstmatt direkt an der Schwarzwaldhochstraße (ca. 45 Minuten von Karlsruhe und 20 Minuten von Baden-Baden). Erstes Etappenziel ist das Wanderheim Ochsenstall, dass man auf einem breiten, allerdings stets leicht ansteigendem Forstweg nach ca. 30 Minuten erreicht. Hier gibt es auch eine Einkehrmöglichkeit, falls für die Motivation zum Weitergehen schon auf den ersten Kilometern ein Zwischenziel nötig ist. Für alle, die direkt weiter wandern wird das Wegprofil jetzt etwas anspruchsvoller aber auch interessanter. Auf einem kurzen aber steilen Stück geht es auf einem unbefestigten Weg über Steine und Felsbrocken hinauf zur Hornisgrinde. Dieser Kletterpfad ist für Kinder spannend und kurzweilig. Er erfordert allerdings etwas Trittsicherheit. Insbesondere mit einem Kind in der Wanderkraxe auf dem Rücken sollte man hier etwas vorsichtig sein.

Nach kurzer Zeit kommt schon der große Sendemast auf dem Gipfel der Hornisgrinde in Sicht. Auf dem kahlen Gipfel, der überwiegend von einer Hochheide bedeckt ist, bläst einem meistens ein sehr starker Wind entgegen. Dafür bietet der Gipfel der Hornisgrinde grandiose Ausblicke über den Nordschwarzwald und in die Rheinebene hinunter. Bei klarer Sicht reicht der Blick weiter bis in die Vogesen und nach Straßburg.

© Michael Sauer/STG

© Michael Sauer/STG

© TI Seebach/Achertal

© TI Seebach/Achertal

Neben diesem großartigen Ausblick bietet diese Tour unterwegs auch eine Menge kleiner Entdeckungen am Wegesrand, die wir ohne Kinderaugen wahrscheinlich gar nicht wahrgenommen hätten. Dies führt dazu, dass man etwas mehr Zeit einplanen sollte, da ein über den Weg krabbelnder Käfer schnell zu einer längeren Pause führen kann. So kann auch eine kurze Wanderung von einigen Kilometern schnell einen ganzen Nachmittag ausfüllen.

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Vom Hornisgrindenturm geht es dann auf einer asphaltierten Fahrstraße in Serpentinen runter zum Mummelsee, auf den man während des Abstiegs immer wieder hinabblicken kann. Unten angekommen gibt es genügend Möglichkeiten, sich auszuruhen und zu stärken oder einige Schwarzwald-Souvenirs zu erwerben. Dabei sollte man sich nicht wundern wenn man sich an der Kasse plötzlich in einem Pulk Japaner wiederfindet. Der Mummelsee ist eben eine Pflichtstation auf jeder Schwarzwaldtour.

Wir steigen nicht mit den Japanern in den Bus, sondern warten auf den regelmäßig verkehrenden öffentlichen Bus in Richtung Baden-Baden, der uns in nur 10 Minuten zurück nach Unterstmatt, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung, bringt.

Tour-Details

Schwierigkeit: leicht, teilweise etwas Trittsicherheit erforderlich, bei Regen aufgrund rutschigem Untergrund nicht empfehlenswert

Länge: ca. 5 Kilometer

Dauer: ca. 2 Stunden

Aufstieg: 260 Meter

Abstieg: 130 Meter

Weitere Informationen

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