Autor: kids-trips

Buchtipp: Palalu die Zauberkuh

Es gibt ja immer wieder Phasen in denen es mit dem Reisen in die richtige Welt zeitlich nicht klappt. Die beste Ersatzdroge für das Reisefieber sind meiner Meinung nach noch immer Bücher. Dies gilt für Kinder wie für Erwachsene gleichermaßen. Es müssen auch nicht unbedingt Reiseführer sein, sondern alle Bücher die uns mit Geschichten und Bildern für kurze Zeit in einer andere Welt führen. Ein Buch dem das vor allem aufgrund seiner phantasievollen Illustrationen gelingt, ist das Kinderbuch Paluh – Die Zauberkuh. Die in lustigen Reimen erzählte Geschichte handelt von dem kleinen Mädchen Anneliese, das sich im Wiesenland verirrt und mit Hilfe der Zauberkuh Palalu schließlich ihre Mutter wieder findet. Neben der erzählten Geschichte führen den Leser vor allem die Bilder mit ihren bunten und intensiven Farben in stimmungsvolle Traumwelten. Autorin und Illustratorin dieses Kinderbuches bringen aus ihren Lebensläufen ganz unterschiedliche kulturuelle Einflüsse mit, die auch in der Geschichte und den Bildern von Anneliese und der Zauberkuh zum Ausdruck kommen. Das Ergebnis ist ein unkonventionelles, frisches und buntes Buch für Kinder ab 2 Jahren, das …

Skifahren und Nachhaltigkeit – Ein paar selbstkritische Gedanken

Wir stehen dicht gedrängt in einer riesigen Halle. Nur Schritt für Schritt geht es zwischen den hohen Betonpfeilern voran. Elektrisch gesteuerte Drehkreuze blinken und piepen. Auf einer riesigen Leinwand über uns laufen Kurzfilme und Werbespots, um die Wartezeit zu überbrücken. Flughafen? Bahnhofshalle? Nein, ich befinde mich auf 2.100 Metern in der Mittelstation der Gaislachkoglbahn und warte darauf, mit der Kabinenbahn auf den 3.000 Metern hohen Gipfel zu schweben. Hochalpines Gelände also, dort wo die Luft schon langsam etwas dünner und die Bedingungen für uns Zivilisationsgewöhnte eigentlich immer widriger werden. Die automatischen Türen der Kabinenbahn öffnen sich und ich lasse mich in die bequem gepolsterten Sitze fallen. Auf der Fahrt noch oben kommen mir ein paar Gedanken: Wie werden diese ganzen Anlagen hier oben eigentlich gebaut? Wie sah es hier wohl vorher aus? Wieviel Erde musste für den Bau abtragen werden und wohin? Wer hat das ganze Material eigentlich hier hochgeschafft und womit? So richtig zufriedenstellende Antworten fallen mir in den wenigen Minuten bis zum Gipfel  nicht ein. Ich nutze diese ausgezeichnete Infrastruktur hier oben ganz …

Gletscherskifahren in Sölden

Mit dem Skifahren vor der Haustür hat es in diesem Jahr mangels Schnee leider nicht mehr geklappt. Mit Sölden als Reiseziel wollten wir daher ganz auf Nummer sicher gehen. Doch auch auf der Fahrt durch das Ötztal hinauf nach Sölden auf über 1.300 m lässt der Schnee lange auf sich warten. Statt schneebedeckter Hänge fahren wir an grünen Almwiesen vorbei. Auch bei Temperaturen von über 10 Grad will noch keine richtige Winterstimmung aufkommen. Glücklicherweise bietet Sölden aber mit dem Rettenbach- und Tiefenbachgletscher und einem Skigebiet bis auf 3.000 m auch für einen „Winter“ wie diesen eine Menge schneesicherer Pistenkilometer. Sölden, das ist einer der größten Skizirkusse in den Alpen: Auf den Pisten gibt es Ski-Entertainment mit Fun- und Snowparks, Nachtskilauf, etc. bis zum Abwinken. Im Ort selbst ist von der Ursprünglichkeit eines Tiroler Bergdorfes natürlich auch nicht mehr viel übrig. Ab dem frühen Nachmittag ist in den Schirmbars und Apres Ski-Hütten Mallorca-Atmosphäre mit internationalem Publikum angesagt – dieses Jahr sogar bei passenden Temperaturen.   Daneben ist Sölden aber auch eines der wohl am besten ausgebauten …

Bucht von Cala Santanyi

Familienurlaub 2016: Was bieten die Pauschalreise-Veranstalter?

Was haben eigentlich alle gegen die klassische Pauschalreise? Auf den meisten Reiseblogs spielt sie jedenfalls keine Rolle. Kids-Trips hat da bisher keine Ausnahme gemacht. Auch wir waren auf unseren Reisen ja bisher eher im Wohnmobil, mit dem Fahrrad, in der Jugendherberge oder sonst wie auf eigene Faust unterwegs. Das wird wohl auch zukünftig so bleiben. Trotzdem bin ich der Meinung, dass es für einen Familienreise-Blog keinen Grund gibt, einen großen Bogen um das Thema Pauschalurlaub zu machen. Denn sind wir doch mal ehrlich: nicht immer möchte man seine knappe Zeit in die langwierige Recherche und Vorbereitung einer Individualreise investieren. Um für eine Woche ohne großen Aufwand dem Alltagstress zu entkommen, ist die Pauschalreise für viele Familien noch immer die erste Wahl. Nach der Vorstellung der Anbieter von Familienreisen im letzten Jahr, interessiert mich daher diesmal, welche Angebote TUI & Co. in diesem Jahr für Familien mit Kindern bereithalten. TUI als größter Reiseveranstalter in Deutschland bietet mit den Hotelmarken Family Life und best Family gleich zwei Urlaubskonzepte für Familien, die sich allerdings deutlich voneinander unterscheiden. So …

Städtetrips mit Kids: Kopenhagen und Stockholm

Der Touristenbus in Richtung Stadtzentrum startet seine Tour direkt vor unserem Wohnmobilstellplatz City Camp mitten im Industriehafen. Es ist ein sonniger Sonntagmorgen in Kopenhagen. Am Christiansborg Schloss – das heute Parlaments- und Regierungssitz ist – steigen wir aus und gehen über die Torvegade-Brücke zu Fuß in das Viertel Christianshavn. Um diese Uhrzeit haben wir Christianshavn noch fast für uns allein. Wir schlendern einen der vielen Kanäle entlang und genießen die Stille und das langsame Erwachen der Stadt. Neben uns sind vor allem einige Frühsportler als Jogger auf der Straße oder in Kanus auf dem Wasser unterwegs. An einigen Straßencafés werden die ersten Stühle vor die Tür gestellt. Christianshavn ist ein typisches urban-alternatives Viertel – ganz nach unserem persönlichen Geschmack.  Wer es noch alternativer mag, sollte den Weg etwas weiter bis zur Freistadt Christiana fortsetzen. Dabei handelt es sich um eine autonome Wohnsiedlung auf einem ehemaligen Militärgelände, die von der Stadt nun schon seit 1971 geduldet wird und sich mittlerweile zu einer Touristenattraktion entwickelt hat. Kopenhagen strahlt an diesem Sonntagmorgen eine lässig-entspannte Stimmung aus. Diese überträgt sich auch auf uns und unsere Kinder. Kein Stress, kein Streit, keine Ungeduld obwohl wir ohne konkretes …

Warum ihr #bloggerfuerfluechtlinge unterstützen solltet

Zwischen den Artikeln von unserer Schweden-Tour gibt es heute mal ein ganz anderes Thema, das aber leider viel wichtiger ist als das übrige Freizeitvergnügen über das ich hier sonst so schreibe. Unter #bloggerfuerfluechtlinge haben sich Blogger zusammengeschlossen, um Spenden für Flüchtlinge zu sammeln aber vor allem um Flagge zu zeigen gegen den Hass, der vielen Flüchtlingen auf der Straße und im Netz mittlerweile entgegenschlägt. Auf diese Initiative möchte ich euch gerne hinweisen und um eure Unterstützung werben: http://www.blogger-fuer-fluechtlinge.de/spenden/geld-spenden/ Aber passt dieses Statement überhaupt auf ein unpolitisches Freizeit-Blog wie Kids-Trips? Ja, es passt genau hierhin! Immer wieder wurde in letzter Zeit beklagt, dass wir in einer unpolitischen Zeit leben in der jeder mehr mit sich selbst als mit wichtigen gesellschaftlichen Fragen beschäftigt ist. Die Welt ist zu kompliziert geworden, um eindeutig Position zu beziehen und für oder gegen etwas zu sein. Spätestens seit diesem Sommer ist das anders. Angesichts der Bilder von sinkenden Schiffen im Mittelmeer, verzweifelten Familien vor der verschlossenen Grenze in Mazedonien und – spätestens jetzt sind wir „betroffen“ – brennenden Flüchtlingsheimen in Deutschland sollte jeder auf …

Mittsommer am Vänern-See

Mittsommer und Schweden. Diese zwei Worte klingen zusammen schon wie eine Verheißung nach endlosen, hellen Sommernächten. Menschen in traditioneller Tracht, Frauen mit Blumenkränzen und ausgiebiges Essen und Trinken unter freiem Himmel sind unsere Bilder vom Mittsommer. Auf unserer bisherigen Reise hat uns Schweden mit seinen positiven Klischees nicht enttäuscht. Wir sind gespannt ob dies auch für den Mittsommer gelten würde. Da vor allem im Norden Schweden noch traditionell Mittsommer gefeiert wird, sind wir dem Mittsommer möglichst weit entgegengefahren. Und da die Schweden am Mittsommerwochenende die Stadt verlassen und in ihre Ferienhäuser am See fahren, wollten auch wir diese Zeit irgendwo in der Natur verbringen. Letztlich haben wir es bis an das Nordufer des Vänern-Sees geschafft und bei Säffle einen schönen Campingplatz direkt am See gefunden. Der Mittsommerabend konnte also beginnen. Aber so wie auch in Deutschland im Oktober nicht alle Frauen im Dirndl rumlaufen, so tanzen auch nicht alle Schweden am Mittsommerabend um den Mittsommerbaum herum. Um ein traditionelles, unseren mitgebrachten Bildern entsprechendes Mittsommerfest zu erleben, hätten wir wohl noch etwas weiter nordwärts bis zum Silijan-See fahren müssen. Sonst ist Mittsommer …

Großer See, kleines Land: Durch Dalsland an den Vänern-See

In Vänersborg erreichen wir von Süden aus erstmals das Ufer des Vänern-Sees. Allerdings hat der Vänern recht wenig mit den kleinen, dunklen Seen zu tun, die man eigentlich aus seinen Astrid Lindgren-Erinnerungen mit Schweden verbindet. Beim Blick auf die endlose Wasserfläche, die sich bis zum Horizont ausbreitet, fühlen wir uns wieder an die Meeresküste zurückversetzt. Die Dimensionen des Vänern – angeblich zehnmal!!! so groß wie der Bodensee – lassen die Bezeichnung See als leichte Untertreibung erscheinen. Wir sind weiterhin auf dem Weg nach Norden und durchqueren dabei die gesamte Provinz Dalsland, die sich entlang des Westufers des Vänern erstreckt. Dabei steht die Weite des „Sees“ im Gegensatz zu dem gemütlichen Charakter der Landschaft in Dalsland. Wir haben die schwedischen Klischees gesucht, hier finden wir sie: rote Häuer, schwedische Fahnen, sanfte Hügel, dichte Wälder, weite Blumenwiesen und unzählige Seen. Kleine Seen und große Seen, aber allesamt kleine Punkte auf der Landkarte im Vergleich zu der riesigen Wasserfläche des Vänern-Sees, an deren Ufer wir nordwärts fahren. Dalsland erscheint uns wie ein großes Freilichtmuseum, das alles was nach unseren Vorstellungen schwedisch ist auf kleinem Raum vereint. In …

Nordwärts entlang Schwedens Westküste: Wind, Sand und die Herausforderung Dauerregen im Wohnmobil zu überstehen

Eine Reise im Wohnmobil beginnt ja selten entspannt. Es geht schon los mit dem Gepäck. Wem das übliche Kofferpacken zu viel ist, der sollte am besten gar nicht versuchen, ein ganzes Wohnmobil zu bepacken. Sobald man dann auf der Straße ist geht es in den ersten Tagen darum, möglichst viele Kilometer abzureißen. Wenn es aber gelingt, diese kritische Anfangsphase ohne größeren Familienzwist zu überstehen, sind die Aussichten auf eine entspannte Reise eigentlich ganz gut, vorausgesetzt . . . ja vorausgesetzt es regnet nicht. Auch in unseren Reiseplanungen waren mehrtätige Regenfälle nicht vorgesehen. Nach der Anreise auf der „Vogelflug-Route“ über Fehmann, Kopenhagen und Helsingborg, wollen wir hier an der Westküste Schwedens erst einmal einige Tage Strandurlaub genießen. Danach soll es weiter Richtung Norden gehen. In der Nähe von Halmstad an Schwedens Westküste haben wir mit Tylösand hierfür einen Badeort gefunden, der vor allem für seinen schönen, langen Sandstrand bekannt ist. Erste Zweifel an unserer Idee, Mitte Juni in Südschweden Strandurlaub zu machen, kommen dann bei der Fahrt auf den Campingplatz auf. Der First Camp Tylösand ist wunderschön zwischen den Dünen und Kiefernwäldern gelegen und ein perfekter Ort für einen Badeurlaub. Das Meer kann man fast hören …

Elternzeit die Zweite: Bleibt alles gleich oder wird alles anders?

Gibt es im Leben einen Replay-Knopf? Sollte man versuchen, schöne Momente in ähnlicher Form zu wiederholen? Diese Fragen haben wir uns bei der Planung unserer zweiten Elternzeit-Tour mehrmals gestellt. Über die Eindrücke unserer ersten Elternzeitreise mit dem Wohmobil nach Norwegen habe ich in diesem Blog ja an anderer Stelle schon berichtet. Diese liegt mittlerweile eine längere Zeit zurück, aber die Erinnerungen an die intensive, gemeinsame Zeit halten noch immer vor und sind im Alltag eine wichtige Kraftquelle. Aber Erinnerungen sind auf Dauer nicht genug. Daher wollten wir uns ein Jahr nach der Geburt unseres zweiten Kindes wieder eine etwas längere Auszeit nehmen und diese für eine gemeinsame Reise nutzen. Das Reiseziel stand dabei schnell fest. Es sollte wieder nach Skandinavien gehen. Nachdem wir beim letzten Mal die wilden Berge, eisigen Gletscher und tiefen Fjorde Norwegens erfahren haben, wollten wir diesmal die weiten Wälder, klaren Seen und idyllisch-bunten Dörfer Südschwedens kennenlernen. Nach der Anreise über Dänemark sollte es zunächst entlang der Westküste nordwärts gehen. Nach Umrundung des riesigen Vänern-Sees wollten wir dann auf einer der unzähligen Schäreninseln an der Ostküste …