Outdoor & Camping, Schweden, Sommer Trips
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Nordwärts entlang Schwedens Westküste: Wind, Sand und die Herausforderung Dauerregen im Wohnmobil zu überstehen

Eine Reise im Wohnmobil beginnt ja selten entspannt. Es geht schon los mit dem Gepäck. Wem das übliche Kofferpacken zu viel ist, der sollte am besten gar nicht versuchen, ein ganzes Wohnmobil zu bepacken. Sobald man dann auf der Straße ist geht es in den ersten Tagen darum, möglichst viele Kilometer abzureißen. Wenn es aber gelingt, diese kritische Anfangsphase ohne größeren Familienzwist zu überstehen, sind die Aussichten auf eine entspannte Reise eigentlich ganz gut, vorausgesetzt . . . ja vorausgesetzt es regnet nicht.

Auch in unseren Reiseplanungen waren mehrtätige Regenfälle nicht vorgesehen. Nach der Anreise auf der „Vogelflug-Route“ über Fehmann, Kopenhagen und Helsingborg, wollen wir hier an der Westküste Schwedens erst einmal einige Tage Strandurlaub genießen. Danach soll es weiter Richtung Norden gehen. In der Nähe von Halmstad an Schwedens Westküste haben wir mit Tylösand hierfür einen Badeort gefunden, der vor allem für seinen schönen, langen Sandstrand bekannt ist.

Erste Zweifel an unserer Idee, Mitte Juni in Südschweden Strandurlaub zu machen, kommen dann bei der Fahrt auf den Campingplatz auf. Der First Camp Tylösand ist wunderschön zwischen den Dünen und Kiefernwäldern gelegen und ein perfekter Ort für einen Badeurlaub. Das Meer kann man fast hören und erreicht es auf einem schönen Holzpfad durch die Dünen zwischen Heckenrosen und Schilfgrass hindurch. Zu dieser Zeit sind wir auf dem weitläufigen Geländer allerdings mit einer Handvoll anderen Wohnmobil-Reisenden und einigen Dauercampern fast allein. Restaurant, Kiosk, Spielhaus haben entweder noch gar nicht oder nur sehr eingeschränkt geöffnet. Es ist eben noch Vorsaison und offensichtlich haben auch die schwedischen Wochenend-Camper den Wetterbericht gehört und sind zu Hause geblieben.

Bald nach unserer Ankunft fängt es an zu regnen. Dicke Regentropfen prasseln den ganzen Tag auf unser Wohnmobil-Dach und schon nach kurzer Zeit hat sich direkt vor der Tür ein riesiger See gebildet. Unsere Draußen-Aktivitäten beschränken sich an diesem Tag auf einen Spaziergang über den Campingplatz von dem wir schnell mit durchnässter Kleidung zurückkehren. Abends legen wir uns Schlafen in der Hoffnung am nächsten Morgen von der Sonne geweckt zu werden. Doch schon beim ersten Blick aus dem Fenster die Ernüchterung. Was also tun? Weiterfahren ist keine Alternative. Sind wir doch gerade hier, um nach der langen Anreise etwas Ruhe in unseren Reiseablauf zu bringen. Also versuchen wir uns einzureden wie gemütlich es doch beim Campen ist, wenn draußen die Welt untergeht. Warmer Kakao, Spiele, Bücher und viele Legosteine sind das Programm für diesen Tag. Das funktioniert erstaunlich gut. Auch eine Kissenschlacht auf der großen Liegefläche im Heck und der Spaß, die Fenster-Rollos zum x-ten Mal hoch und runter zu ziehen, helfen die Stimmung aufrecht zu erhalten. Am Ende des Tages fällt dann eher uns Eltern die Wohnmobildecke auf den Kopf.

Letztlich wird unsere Geduld dann doch belohnt. Am letzten Tag in Tylösand machen wir uns auf den Weg durch die Dünen zum Strand. Dort fegt uns der Wind hart ins Gesicht, die Wellen versprühen Gischt, es riecht nach Seetang. In der Hochsaison im Juli und August muss Tylösand ein ziemlich überlaufener Badeort sein, wie wir auf einigen Postkarten sehen können. Wir sind froh, diesen wunderschönen Strand heute fast für uns alleine zu haben und von seiner rauen, ursprünglichen Seite kennen zu lernen. So klappt es zwar an Schwedens Westküste nicht mehr mit dem erhofften Badetag, aber stattdessen mit ein paar schönen Stunden am Strand bei blauem Himmel, Sonne, frischem Wind und ganz viel Sand zwischen den Zehen, in den Schuhen und im Wohnmobil.

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